NL  -  FR  -  EN  -  DE

Ivo Mortelmans

 

° 19.05.1901 Antwerpen - † 20.08.1984 Oostende
- Kompositor, Dirigent und Musiklehrer
- Zweitältester Sohn von Lodewijk Mortelmans
 

 
Biographie

 
Ivo Mortelmans erhielt seine erste Musikausbildung von Karel Wymans und begann später sein Musikstudium, sehr gegen die Wünsche seines Vaters Lodewijk Mortelmans am Musikkonservatorium in Antwerpen.
Dort erhielt er erste Preise in Musiktheorie, unter der Leitung von Arthur de Hovre für Orgel (1923) und von Edward Verheyden für Harmonie (1923). Sein Vater gab ihm seinen ersten Kontrapunkt, dann setzte er sein Studium am Königlichen Konservatorium in Brüssel bei Paul Gilson und Paulin Marchand fort.
 
Im Jahr 1925 gewann er einen ersten Preis im Kontrapunkt von die Jury supérieur de Musique.
 
Von 1931 bis 1966 war er Mitglied des Königlich Flämischen Musikkonservatoriums, zunächst als Lehrer für Musiktheorie und ab 1953 als Harmonielehrer.
Zur selben Zeit unterrichtete er in mehrere Gymnasien (1945-1953) und zu verschiedenen Musikschulen oder -Akademien in Antwerpen: Solfège in Berchem (1925-1966), Harmonie in Deurne (1939-1972), Solfège, Harmonie und Musikgeschichte in Mortsel (1941-1966).
Zwischen 1930 und 1932 war er sogar Direktor der Musikschule von Eindhoven und Leiter des lokalen Opernclubs (1930-1935).
 
Bis 1944 war er sehr aktiv als Dirigent, darunter der Chor der Sint-Joris-Kirche, des Opernchores der 'Koninklijke Vlaamse Opera' (1921-1922), von der Fanfare De Broederband in Antwerpen (1926-1934), von die Harmonie De Kolpingszonen in Bergen op Zoom (1936-1942) und während die Kriegsjahren von die Liederabenden.
 
Von 1934 bis 1944 kümmerte er sich um die Musikkritik in der 'Gazet van Antwerpen'.
Nach seinem Rücktritt als Lehrer im Ruhestand, zog er sich vollständig aus dem öffentlichen Musikleben zurück.
Neben einigen Instrumentalwerken schrieb Ivo Mortelmans vor allem Vokalkompositionen, wobei der Schwerpunkt auf dem Kunstlied und dem Chorwerk lag, für das Religion, Natur und Liebe zu ihrem Land und Volk, (mit anderen Worten: der flämische Nationalgeist) seine Hauptquellen der Inspiration.
 
Er hat eine ausgeprägte Vorliebe für das kleinere Genre und eine geballte Formulierung, die frei von leeren Konstruktionen und Abschweifungen ist. Stilistisch verbindet er sich mit der Romantik, vermischt aber in seiner Schreibweise Neuheiten, soweit sie nützlich und effizient sind. Ivo Mortelmans hat sich nie um Antisemitismus gekümmert. Er möchte ehrlich und offen ausdrücken, was affektiv, religiös, poetisch und flämisch in ihm lebt. Seine Arbeit zeichnet sich durch einen erhabenen Ausdruck und eine harmonische Solidität aus. Viele seiner Kompositionen verraten eine aufrichtige und verinnerlichte religiöse Inspiration und strahlen eine subtile Mystik oder eine kontemplative Atmosphäre aus. Sein literarisches Talent vermittelt auch eine gefühlsmäßige, oft zarte Textresonanz.
 

 
 
1986 bot Inge Keersmaekers, Universitätsstudentin aus Leuven, ihre Diplomarbeit in Musikwissenschaft an. Ihre umfangreiche These ist ganz dem Leben und Werk von Ivo Mortelmans gewidmet.
Es ist ein voluminöses Werk geworden, zwei schwere Bücher im A4-Format.
 
Mit Dank an Tochter Luke Mortelmans, für die notwendigen Illustrationen und Erklärungen.